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Merle Kröger's erster Roman im argument Verlag
ariadne krimi 1146
argument verlag
ISBN 3-88619-876-6
Klappentext argument Verlag:
Bollywood in Hamburg?
Als im Vorführraum des alten Programmkinos der letzte Meter Film von der Spule läuft, ist das auch für Madita Junghans die letzte Vorstellung in ihrem Traumberuf. Was nun? Madita hat norddeutsche Eltern, ein indisches Gesicht und keinen Plan.
Anders ihr Freund Nick: Er überredet sie zu einer Karriere als Detektivpaar. Zum Üben machen sich 'Nick und Matti' auf die Suche nach Maditas biologischem Vater. Sie weiss von ihm nur, dass er Inder ist. Aber wo beginnen? Matties Mutter lebt seit Jahren in einer psychotischen Traumwelt, und ihrZiehvater Hinnarck ist alles andere als gesprächig. Eine denkbar ungünstige Ausgangslage für
die Ermittlung - und doch stecken Nick und Matti zu ihrer Verblüffung bald in tödlichen Wirrenum das dunkelste Kapitel deutsch-indischer Geschichte ...
Rezensionen
WDR Funkhaus Europa
Krimitips von Ulrich Noller (Mai 2003)
Es gibt sie tatsächlich, die kleinen Wunder im Geschäft mit der Kriminalliteratur, zum Beispiel Merle Krögers bemerkenswerter Debütroman "Cut". Unverlangt eingesandt kam das Manuskript zum Argument Verlag, der normalerweise ein Garant dafür ist, dass ein Roman niemals als fertiges Buch das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Dessen war sich die Autorin anscheinend aber bewusst, also meldete sie ihr Romankonzept beim Verlag telefonisch an. Man kam ins Gespräch, man war sich sympathisch, man verbiss sich gemeinsam in die Roman-Idee und schon gingen die Dinge ihren Gang, war eine neue Hoffnungsträgerin des deutschen Kriminalromans geboren.
"Cut" erzählt die Geschichte von Madita und Nick. Die beiden sind um die Dreißig; sie organisiert in einer besetzten Hamburger Fabrikhalle das Programmkino, er ist DJ mit einem Schwerpunkt auf Filmsoundtracks. Als die alte Fabrik geräumt und abgerissen werden soll, scheint erst einmal alles zu Ende zu sein. Aber Madita und Nick bekommen vom Käufer eine Entschädigung, weil sie das Gelände freiwillig geräumt haben. Da die beiden nicht recht wissen, was sie sonst machen könnten, gründen sie eine Detektivagentur und machen sich direkt an den ersten Testfall: Maditas Vater, den sie nie kennen gelernt hat, stammt aus Indien. Die Mutter ist verrückt, von ihr kann Madita nicht viel erwarten. Also macht sie sich zusammen mit ihrem Freund Nick selbst auf die Suche. Was Merle Kröger aus dieser Geschichte macht und wie sie ihr Thema umsetzt, das ist ganz hervorragend: Von Hamburg reisen Nick und Madita nämlich nicht nur nach London und Bombay, sondern in die Untiefen der deutsch-indischen Geschichte. Irgendwie hat Maditas Herkunftsgeschichte, das ahnt sie bald, mit der indischen Legion zu tun, einer Spezialeinheit der Wehrmacht, in der indischstämmige Soldaten für Hitler gegen England und zugleich gegen Ghandi kämpfen sollten. Und auf eine bestimmte Weise ist die Bedrohung, die von dieser fast vergessenen Vergangenheit ausgeht, für die Detektive noch heute nahe und präsent. Nick und Madita forschen und ermitteln, zunächst naiv, dann effektiv. Dann säumen die ersten Leichen ihren Weg, und schon bald wird ihnen klar, dass diese Toten kein Zufall sein können, dass sie womöglich als Nächste an der Reihe sind. Als Merle Kröger ihr Romankonzept dem Argument Verlag anbot, war sie nicht sicher, ob sie ein Drehbuch oder einen Roman aus ihrem Stoff machen sollte. Dass das Endprodukt nun zwischen Drehbuch, Roman und Erzählung changiert, kommt der Geschichte sehr zu Gute: Krögers Sprache ist einfach und bildstark; ihr Sinn für Dramaturgie und Spannung überzeugt und trotz des eng gesteckten Rahmens nimmt sie sich Zeit und Raum für sprachliche Experimente. Am meisten beeindruckt aber Merle Krögers Sinn für Charaktere: Wie gekonnt sie vom Hamburger Altnazi über die Londoner Arzthelferin bis zum indischen DJ alle möglichen, ganz verschiedenen Personen in ihre Geschichte integriert, das ist gelungen und kann sich sehen lassen. Als Hoffnungsträgerin kann man diese Autorin durchaus bezeichnen, und das ist das zweite kleine Wunder, das in diesem Buch einmal mehr seinen Ausdruck findet: Nach Jahren der Dürre scheint sich ein Frühling im Bereich des deutschsprachigen Kriminalromans abzuzeichnen. Eine handvoll junger Nachwuchsautoren wie Monika Geyer, Thomas Kastura oder Manuela Martini haben in letzter Zeit ambitionierte, gut gemachte, einfallsreiche Debütromane vorgelegt. Merle Kröger könnte sich zur Avantgardistin in diesem Bereich entwickeln. Damit wäre diese Autorin die Speerspitze einer höchst erfreulichen und längst überfälligen Entwicklung.
die tageszeitung
(Ausgabe Nord vom 24.07.2003)
Vergessene Vergangenheit
Merle Krögers Debütroman "Cut!" führt von Hamburg nach Bombay und wieder zurück. Merle Krögers Debütroman kennzeichnen zum Glück nicht die Stereotypen oder Plattitüden, sondern die Cuts und Breaks. In ihrem Krimi Cut! treffen Bombay und die norddeutsche Region zwischen Hamburg und Harmsdorf aufeinander. Als Madita Junghans die letzten Meter des Films in ihrem Programmkino vorführt, ist das auch für die begeisterte Cineastin die letzte Vorstellung. Der Bau wird abgerissen, die Hamburgerin wird ausbezahlt. Nur: Was soll sie mit dem guten Geld und dem schlechten Gewissen, ihr geliebtes Kinoprojekt verkauft zu haben, anstellen? Sie vergräbt sich, bis Freund und DJ Nikolaus nach einer durchzechten Nacht auf eine echte Schnapsidee kommt: "Wir könnten ein Detektivpaar sein." Als Test machen sich diebeiden auf die Suche nach Maditas biologischem Vater. Sie weiß nur, dass er Inder ist. Ihre Mutter hat sich in eine Traumwelt zurückgezogen und ihr Ziehvater hüllt sich in Schweigen. Erst die Patentante verrät ihnen eine Spur, die sie nach London, Bombay und wieder zurück nach Hamburg führt. Langsam ahnt Madita, dass ihre Geschichte mit der dunklen deutsch-indischen Vergangenheit und einer Legion von 3.000 Freiwilligen verwoben ist, die für Adolf Hitler gegen England und zugleich gegen Mahatma Ghandi kämpfen wollte. Welche Bedrohung von der vergessenen Vergangenheit ausgeht, wird ihr nach dem Tod eines Londoner Journalisten bewusst. Unverlangt hatte Kröger, die in Plön mit indischem Gesicht groß wurde, das Manuskript beim Verlag eingereicht. Die Drehbuchautorin und Filmemacherin war sich nicht sicher, ob sie aus dem Stoff besser ein Drehbuch oder einen Roman machen sollte. Sie hat sich richtig entschieden: Der Krimi, der gänzlich frei von Klischees der Identitätssuche und des Exotischen ist, changiert zwischen den Formen. Ein offener Stil, der, wie die vielschichtigen Charaktere vom Hamburger Altnazi über die Londoner Arzthelferin bis zum Bombayer DJ, besonders ist. Nicht einmal der Plot folgt den üblichen Regeln des Krimis. (Janine Clausen/Andreas Speit)
fluter
Junge Autor/innen arbeiten zurzeit deutsche Vergangenheit auf, massiv, Kriegsvergangenheit vor allem. In Christian Krachts "Faserland" deutete sich das vor acht Jahren schon an: Rentner sahen für den Protagonisten grundsätzlich nach "Nazis" aus. Zum Analysieren blieb ihm auf seiner Roadtrip aber keine Zeit, wohl auch keine Lust. Als die "Popliteratur" dann voll da war, ging es vor allem ums Selbst, Jetzt und die Posse. Ein stark autobiografisch eingefärbter Anti -Diskurs sozusagen. Zurzeit wird viel über die Großvätergeneration geschrieben, über das Erinnern und die Vertriebenen (zum Beispiel Christoph Amend, Tanja Dückers und Olaf Müller). Auf der Suche Mit "Cut!" von Merle Kröger bekommt die Schuld-und-Sühne-Debatte jetzt eine subkontinentale Erweiterung. Die 36-jährige Filmemacherin hat ihren Krimi an der Figur einer jungen Halb-Inderin aufgebaut: Madita lebt in Hamburg als glücklose (Mit-)Betreiberin eines Off-Kinos. Ihre Mutter Emma ist geistig verwirrt, den Vater gibt es nicht. Oder doch? Madita erfährt, dass er munter als Arzt in London lebt und von der unehelichen Tochter offenbar nichts weiß. Sie begibt sich mit ihrem Freund Nick auf die Suche nach ihm. Um Schwung in die marode Beziehung zu bringen, ziehen sie das Ganze als Detektivgeschichte auf - ohne zu ahnen, dass sie einem echten Verbrechen auf der Spur sind. Die Reiseroute Hamburg - London - Bombay ist mit mysteriösenToden gesäumt, jeder ein weiterer Baustein zu den blinden Flecken in Maditas Familienbiografie.
Eine wichtige Rolle darin spielt der in Indien auch heute noch als Volksheld verehrte Chandra Bose. Der charismatische Bose sein Leben wird gerade als Bollywood-Film aufbereitet und kommt nächstes Jahr in die Kinos - kämpfte in den 1930er- und 1940er-Jahren für die Freiheit Indiens. Bose war ein Weggefährte Gandhis, wählte dann aber den gewaltvollen Weg. Eine Anfrage an Hitler 1941, ihm mit deutschen Soldaten beim Vertreiben der englischen Kolonialmacht zu helfen, lehnte dieser ab. Man einigte sich aber auf einen Kompromiss. Bose gründete die in die Wehrmacht integrierte "Indische Legion", die zum großen Teil aus Kriegsgefangenen der britisch-indischen Armee aus dem Afrika-Feldzug zusammengesetzt war. Im Schnelldurchlauf bildeten deutsche Offizieren die 3000 so genannten "Tiger" aus. Über Russland, den Himalaya und Afghanistan sollte es nach Indien gehen, und dort gegen die Engländer. Ein für Hitler angenehmer Nebeneffekt: die Aufmerksamkeit weg vom europäischen Kriegsschauplatz zu lenken. Diese spektakuläre Geschichte taucht in Merle Krögers "Cut!" immer wieder auf. Und ähnlich wie in Chris Kraus' 2002 erschienenen Roman "Scherbentanz" sind die Nazi-Sünden einAuslöser für die Verrücktheit der Mutter. Ein bisschen viele Handlungsstränge laufen kreuz und quer durch den von der Autorin zügig und gekonnt zusammenhaltenen Textkörper, die unterschiedlichen Erzählweisen (unter anderem Regieanweisungen) geben ihm zusätzlich Struktur. Und verliebt wird sich auch noch. Also: lesen! (Stephanie Wurster)
AVIVA-BERLIN.de im Juli 2003:
Wer gerne Krimis liest und Bollywoodfilme mag, wird dieses Buch lieben: Merle Kröger verbindet Hamburg mit Bombay und (post-)koloniale Geschichte mit großem Kino. Heraus kommt ein Film in Buchform. Eine Frau nimmt ein Buch in die Hand. Cut. Das Buch in Nahaufnahme: Auf dem dunklen Cover ist ein Frauengesicht und die Aufschrift "Cut!" zu sehen. Cut. Die Frau setzt sich auf einen Stuhl, das Buch im Schoß. Sie liest. Cut. Und liest. Cut. Und liest...So oder ähnlich könnte eine Szene mit dem Titel "eine Frau liest 'Cut!' von Merle Kröger" aussehen. Denn wer das Buch ein Mal in die Hand genommen hat, wird es kaum mehr weglegen können. Dabei fängt die Autorin die Aufmerksamkeit ihrer LeserInnen gleich auf mehreren Ebenen ein: Inhaltlich fesselt sie mit einer spannungsgeladenen Geschichte, stilistisch durch eine Sprache, die sich stark am Film anlehnt und im schnellen Wechsel der Perspektiven viel Abwechslung bietet. Ausgangpunkt der Handlung ist die Schließung eines Kinos, das in einem besetzten Haus in Hamburg betrieben wurde. Für die Hauptprotagonistin Madita bedeutet das mehr als nur den Verlust eines Jobs: Für sie war das Kino sinngebend und lebensfüllend - hat es sie doch nach dem Tod ihrer Großmutter aus einem tiefen Loch befreit. Madita wird so auf Fragen zurückgeworfen, die sie in ihrem Heimatort Harmsdorf zurückgelassen glaubte. Eine von ihnen lautet: Wo ist mein Vater? Denn Hinnarck, der Mann ihrer Mutter und Maditas Ziehvater, ist offensichtlich nicht ihr "Erzeuger": Maditas biologischer Vater ist Inder. Hinter diesem Mann stehen eine ganze Reihe von Fragen, die Maditas Mutter Emma nicht beantworten kann. Für sie verbinden sich mit der Vergangenheit so traumatische Erlebnisse, dass sie seit vielen Jahren in einer psychotischen Lähmung verharrt. Als Detektivpaar Nick und Mattie machen Madita und ihr Freund Nikolaus sich auf, das Rätsel des "großen Unbekannten" selbst zu lösen - und stoßen auf mehr ungeklärte Fragen, als sie erwartet hatten. Durch Recherchen in London und Bombay wird immer deutlicher, dass die beiden auf einen Mordfall mit historischer Dimension gestoßen sind. Merle Kröger spricht einen Teil der deutsch-indischen Geschichte an, der kaum im deutschen Bewusstsein vorhanden ist: Die zweifelhafte Allianz indischer Nationalisten und deutscher Faschisten, die im zweiten Weltkrieg zum Aufstellen einer indischen Legion für den Kampf gegen England führte. Der Hintergrund liegt in Indiens kolonialer Vergangenheit, die einen erbitterten Kampf um Unabhängigkeit nötig machte. Dass die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe noch lange nicht vorbei ist, zeigt die Autorin in den Szenen, die in London und Bombay spielen. In London treffen Nick und Mattie auf eine hybride Kultur, die indische Elemente mit westlichen verbindet. Als Metapher dient im Text der "Asian Underground", eine Musikrichtung zwischen elektrischen Beats und indischen Schlagern. Eine andere Facette der postkolonialen Situation erfahren Nick und Mattie in Bombay: Dort gibt es Hotels und Clubs, zu denen InderInnen keinen Zugang haben. Besonders spannend wird diese Situation durch Matties erkennbaren indischen Hintergrund: Einerseits fällt sie nicht so wie Nick schon durch ihre Haarfarbe auf, andererseits steht sie den kulturellen Besonderheiten genauso hilflos gegenüber wie er. Wie ein Refrain durchbrechen immer wieder "Songs" den Text, in denen die Gemütslage der ProtagonistInnen durch Tanzeinlagen und Lieder veranschaulicht werden. Hier macht die Autorin eine Anleihe bei den indischen Filmen "Bollywoods", die eben durch diese Songs charakterisiert sind. Wer "Cut!" gelesen hat, sollte deshalb unbedingt mal in einen Bollywoodfilm hineinsehen, um die filmischen Zitate im Text richtig würdigen zu können. Und wer gerade in einem Bollywoodfilm war, sollte schnellstens Merle Krögers Buch lesen. So oder so: Man kommt um beides nicht herum. (Jana Scheerer)
AVIVA-BERLIN.de im Juli 2003
Von Büchern bis Bollywood
Merle Kröger, Filmemacherin und Autorin des Krimis "Cut!".
Ein elektronisches Interview mit AVIVA-Berlin (Jana Scheerer)
AVIVA-Berlin: Sie sind ursprünglich Filmemacherin. Was war die Motivation, für diesen Stoff das Medium "Buch" zu wählen?
Merle Kröger: Egal, ob man Dokumentarfilme macht oder Krimis schreibt - letzten Endes geht es immer darum, Geschichten zu erzählen. Manche Geschichten entfalten sich, indem man verschiedene "Realitäten" dokumentarisch miteinander verknüpft. Manche brauchen vielleicht den "Kick" in die Fiktion. In diesem Fall ging es mir darum, die Projektionen zwischen zwei Realitäten - Deutschland und Indien - aus dem Blickwinkel verschiedener Zeiten und Personen zu erzählen.Viele der entstandenen Perspektiven und Bilder sind sehr persönliche - und gerade deshalb in einem Buch besser aufgehoben als in der filmischen Umsetzung. Außerdem lese ich manisch Krimis, seit ich denken kann.
AVIVA-Berlin: In "Cut!" spielt sowohl stilistisch als auch inhaltlich "Bollywood" eine Rolle. Können Sie den Begriff genauer erklären? Wie war Ihre erste Begegnung mit Bollywood?
Merle Kröger: "Bollywood" steht für das nordindische Mainstreamkino und die Filmindustrie in Bombay, die zu den größten und wichtigsten der Welt zählt. Ich habe 5 Jahre lang Filmwissenschaft studiert und keine Silbe davon gehört. Dann bin ich durch Zufall in Bombay gelandet, habe Freunde kennen gelernt, die auch Filme machen und bin in eine filmische Welt geraten, die mindestens so interessant ist wie die amerikanische oder europäische. Und in eine Realität, in der Kino mit unserer Popkultur vergleichbar ist und Säle mit 2000 Plätzen jeden Abend ausverkauft sind.
AVIVA-Berlin: Eine Frage an die Spezialistin: In vielen Bollywood-Filmen wird im Wechsel Hindi und Englisch gesprochen. Wie ist das zu erklären?
Merle Kröger: Weder habe ich in Indien gelebt noch bin ich Spezialistin, aber die sprachliche Realität in Indien ist offensichtlich. In einem Land, in dem allein offiziell 26 Sprachen gesprochen werden, ist Englisch ein wichtiges Kommunikationsmittel (zumindest der Mittelschicht) und der Wechsel zwischen verschiedenen Sprachen gehört zum Alltag. Wahrscheinlich wird es uns in einem vereinigten Europa irgendwann ähnlich ergehen.
AVIVA-Berlin: Welcher Film hat Ihnen in letzter Zeit besonders gut gefallen?
Merle Kröger: Kaum einer. Am ehesten vielleicht die schwedischen Krimiverfilmungen nach Mankell.
AVIVA-Berlin: Was lesen Sie zur Zeit und warum?
Merle Kröger: Ich lese immer, also mit dem "warum" wird es schwierig. Zadie Smith "White Teeth" habe ich gerade verschlungen und finde es einfach grandios erzählt. Krimis von Mc Dermid und Izzo, wegen der guten detaillierten Plots und Schauplätze. Ach ja, und den neuen Harry Potter. Hat mich drei schlaflose Nächste gekostet.
AVIVA-Berlin: Auf welche Neuerscheinung von welcher Autorin oder von welchem Autor sind Sie gespannt? Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?
Merle Kröger: Ein neues Buch von Amitav Ghosh, aber das kann noch dauern. Arundhati Roy. Das neue Buch von Zadie Smith hab ich schon, aber noch nicht gelesen.
AVIVA-Berlin: Welches Buch verborgen Sie niemals?
Merle Kröger: "Calcutta Chromosome" und "Glass Palace" von Amitav Ghosh verleihe und kaufe ich immer wieder.
AVIVA-Berlin: Stellen Sie sich vor, Sie bekämen heute 1 Million für Berlin.
Welches Projekt würden Sie sofort retten oder in's Leben rufen?
Merle Kröger: Kulturelle Filmförderung, eine Videothek für Dokumentarfilme und Videokunst. Und die aktuelle Legalisierungskampagne "Wir sind unter euch" mit der Forderung: Papiere für alle. Aber die kann man nicht mit Geld kaufen.
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